Die Arbeiten am Feld können bis Frühling 2007 abgeschlossen werden. Das Dach ist bereits saniert, die Fassade wartet noch darauf.
Vor rund zwei Jahren wurde die „Arbeitsgruppe Renovation“ auf die Beine gestellt. Alle Beteiligten waren sich einig: das Feld sollte eine Auffrischung erhalten. In einer ersten Phase wurde Geld gesammelt und zusammen mit einem Beitrag der Gemeinde von 50’000.- Franken brachten wir es schliesslich auf sensationelle 100’000.- Franken. Wir waren überrascht und erfreut, dass das Feld anscheinend so viele Sympathisanten hat.
So konnte die Planung angegangen werden. In zahlreichen Sitzungen wurde zusammen mit dem zweiten Eigentümer, der Familie Bürgin-Kessler, Schritt um Schritt minutiös durchgegangen. Das Dach sollte saniert werden. Gut. War es nun noch dicht oder vielleicht doch nicht mehr ganz? Eine Begehung überzeugte uns, wie von Hans Bürgin versprochen, vom recht guten Zustand der Balken und des Daches. Aber es zeigte sich auch, dass die Ziegel neu gelegt werden mussten. Dabei konnten defekte ersetzt werden. Der Einbezug der Denkmalpflege Baselland brachte die Diskussion auf, ob wir die Dachhaut isolierend oder nahe am Original durchführen wollten. Da das Museum ein Zeitzeuge aus einer früheren Bauzeit ist, setzte sich die Erkenntnis durch, dass wir so wenig wie möglich verändern wollten. Dies kam unseren, aus dieser Perspektive nun doch wieder knappen, Resourcen entgegen. Die Firma Holzbau Gisin war bereit, diesen Auftrag auszuführen. Die Holzbauer aus Lauwil freuten sich offensichtlich über den Auftrag, der den Rahmen des normalen Berufsalltags erweiterte.
Als zweiter Schwerpunkt drängte sich die Westfassade auf. Sie litt seit Jahren, bei schlechtem Wetter hatte es das Regenwasser inzwischen leicht, ins Gemäuer einzudringen. Noch hielt die rund halbmetrige Steinmauer das Wasser zurück und verdunstete es wieder im Sommer. Erstaunlich, was solche Mauern für eine Widerstandskraft gegen den Zahn der Zeit haben. Wir zogen Werner Regenass als Berater bei. Er versprach uns eine Lösung, die nahe am Originalverputz sein sollte. Er wies uns darauf hin, dass dies nicht leicht sein würde, wir würden während der Renovation flexibel auf Materalreaktionen reagieren müssen. Die heutigen Produkte tragen den Schwierigkeiten der Rissbildung und der Ablösung des Verputzes Rechnung, indem chemische Bindemittel beigefügt werden. Unser neuer Verputz sollte ohne Chemie, wie vor 250 Jahren eben, auskommen und trotzdem halten!
Die Fensteröffnungen mussten neu gemacht werden. Waren sie aus Holz, wurden sie von Hermann Zehntner hergestellt, waren sie aus Sandstein wurden sie von der Firma Holinger, Bubendorf, saniert. Für den Steinmetz hiess das, so die Abmachung mit der Denkmalpflege, dass gerettet werden musste, was möglich war, also schlechte Steinteile rausschneiden und passgenau neue Steine einsetzen. Eine aufwändige Arbeit, die vom Steinmetzen seine ganze Geschicklichkeit erforderte.
Im September 2006 waren alle bereit, der Startschuss ertönte über Reigoldswil. Die Dacharbeiten und die Fenstersanierung kamen bei vor allem anfänglich gutem Wetter zügig voran. Auf dem Dach wurden Ziegel mit Inschriften gefunden: zum einen Ziegelverzierungen und zum anderen und für uns sehr erfreulich, zwei Ziegel mit Datumsinschrift. Beide Ziegel tragen die Jahrzahl 1765! Auf dem Dach waren also bis Ende 2006 die Originalziegel aus der Erbauungszeit, also 240 Jahre alte Ziegel. Diese werden auch jetzt wieder verwendet, soweit sie noch fit sind, als Ersatz konnten, glücklicher Zufall, Ziegel aus dem Unterbiel verwendet werden. Dort wird das Dach der Liegenschaft Walliser renoviert und dorthin kommen jetzt „moderne“ Ziegel.
Erst die Fassadensanierung brachte die Schwierigkeiten, zuerst war das Wetter schlecht. Dann entdeckte Walter Niederberger von der Denkmalpflege unter der Dachabdeckung ein Stück des ursprünglichen Verputzes und Werner Regenass musste zurück in sein „Labor“ und eine neue, ideale Mischung zusammenstellen. Und wie befürchtet, die Mischung machte Schwierigkeiten, sie hielt zwar ausgezeichnet, aber es bildeten sich Risse. So kann man es im Moment an den Fassadenmustern sehen. Wer will kann es sich gerne anschauen gehen. Aber auch diese Herausforderung hat ihren Reiz. Was die Vorfahren konnten, müsste uns doch auch gelingen, 2007, oder nicht? Sobald die ersten warme Tage kommen, die für das natürliche Austrocknen des aufgetragenen Verputzes nötig sind, geht es weiter.
Wir freuen uns auf den Abschluss der Arbeiten und laden alle ein, auch im renovierten Museum wieder einmal hereinzuschauen. Spenderinnen und Spender laden wir wir auf – voraussichtlich – Sonntagnachmittag, den 3. Juni 2007, zum „Tag des offenen Museums“ ein.