Gesellschaft zum Feld
Geschätzte Mitglieder
Mit meinem Jahresbericht möchte ich die Aktivitäten im und um unser Museum im vergangenen Jahr beschreiben. Für Euch als Mitglieder aber auch für die Akten und als Dokument für später. Unsere Gesellschaft besteht nun seit 30 Jahren und am 7. Dezember haben wir die 100. Vorstandssitzung abgehalten. Dazu haben wir alle früheren Vorstandsmitglieder eingeladen. Lebhaft wurde über Vergangenes berichtet aber auch über Zukünftiges nachgedacht. Dass die Geschichte unserer Gesellschaft weiterlebt und verflossenes Gedankengut, neben unserer Sammlung von Gegenständen etc., ihren Platz hat, sollen auch die jeweiligen Protokolle und Jahresberichte beitragen.
Einen Rückblick auf einzelne Aktivitäten
Besucher im Museum 2014.
Unser Museum wurde im Jahre 2014 wie folgt besucht:
Im Gesamten haben sich 544 (493) Personen im Gästebuch eingetragen. 157 Besucher konnten wir an den offenen Sonntagen im „Feld“ begrüssen. An Führungen nahmen 198 Personen teil. 42 Schülerinnen und Schüler besuchten unser Museum. An Sitzungen, Spezialanlässen wie Sauerkraut einmachen, Arbeitstage etc. fanden 147 Besucher den Weg in unser Museum.
Donnerstag, 8. Mai, Rémy Suter, Vortrag über Jonas Breitenstein.
Rémy Suter erzählte den Besuchern aus dem Leben vom Dichter-Pfarrer Jonas Breitenstein. Das schriftstellerische Werk des in Ziefen aufgewachsenen Pfarrers wird vom Ortsmuseum Binningen zusammen mit dem Stadt- und Dichtermuseum Liestal neu herausgegeben. Mit einer Lesung und erzählter Lebensgeschichte brachte uns Rémy das Wirken des „Baselbieter Gotthelfs“ näher.
Samstag, 14. Juni, Arbeitstag im „Feld“.
Dieser Arbeitstag wurde wieder genutzt um angesammeltes Material zu sortieren und einzulagern. Das Brennholz für Backofen und Feuerherd wurde hergerichtet und die beiden Dachkänel von Haus und Scheune wurden von den Tannnadeln und sonstigen Unrat gereinigt. Diese Tätigkeiten werden vom Vorstand und Mitgliedern unserer Gesellschaft ehrenamtlich ausgeführt. Der Vorstand freut sich über den Einsatz und begrüsst gerne auch neue Helferinnen und Helfer.
Sonntag, 7. September, Aktionstag.
An diesem, zur Tradition gewordenen, Öffnungstag füllten Herrmann Zehntner die Wagnerwerkstatt und Markus Weber das Uhrenatelier wieder mit Leben. Interessant zuzusehen wie die Maschinen in der Werkstatt, aber auch die feinen Werkzeuge des Uhrmachers eingesetzt wurden. Auch der Webstuhl erfreute die Besucher und das im Holzofen gebackene Brot fand seine Käufer.
Samstag, 20. September, Exkursion „Fortifikation Hauenstein“.
Nachdem uns der Oldtimer Bus, chauffiert von Kurt Tanner, auf den Chilchzimmer-Sattel gebracht hatte ging es zu Fuss ins Gebiet Belchen – Rehag. Geführt durch Rémy Suter besichtigten wir die restaurierten Befestigungsanlagen auf der Lauchfluh und am Spitzenflühli. Unterwegs kamen militärhistorische Erläuterungen zu Sinn und Taktik des Befestigungswerks aus dem Ersten Weltkrieg dazu. Ein herzliches Dankschön an Rémy für die interessanten Details. Die Rückfahrt über Eptingen wurde durch ein „Zoobe“ im Restaurant Kallhof bereichert. Zu dieser Exkursion waren auch die Mitglieder der Gesellschaft für Regionale Kulturgeschichte Baselland eingeladen.
Mittwoch, 22. Oktober, „Krauten im Feld“.
Auch dieser Anlass gehört zu unserem Museum wie die Tanne vor dem Hause. In fröhlicher Runde wurden auch dieses Jahr, unter kundiger Anleitung von Elsbeth und Max Balmer, wieder gegen 50 Kg. Kabis gehobelt, gesäuert und eingestampft, eben haltbar für die kommende Winterzeit gemacht. Dieser Anlass findet am ersten Mittwoch nach den Herbstschulferien statt und ist natürlich offen auch für neue Interessenten.
Sonntag, 2. November. Vernissage der Ausstellung „250 Jahre Kirchgemeinde“.
250 Jahre ist es her seit der Neuorganisation der Kirchgemeinden. Seit diesem Datum besteht die Kirchgemeinde Reigoldswil/Titterten. Vor 1765 gehörte Titterten zur Kirchgemeinde St. Peter in Oberdorf und Reigoldswil war mit Lauwil eine Gemeinde.
Im Ausstellungsraum präsentiert unser Ausstellungsmacher Rémy Suter Exponate aus der 250-jährigen Geschichte unserer Kirchgemeinde. Dabei wird ersichtlich, welche Machtstellung seinerzeit der Dorfpfarrer hatte, der nicht nur Seelenhirte, Richter, Schulinspektor und Finanzverwalter war, sondern oftmals auch als Sprachrohr der Regierung wirkte.
Historische Gemälde bereichern die Ausstellung und zeigen die Veränderungen im Laufe der Zeit unserer Kirche und der Umgebung.
Sonntag, 7. Dezember, Schaudrechseln und Dank an Hüter- und WeberInnen.
An diesem Sonntag durften wir wieder viele Besucher begrüssen. Auf dem Dorfplatz fand der Weihnachtsmarkt statt und etliche Personen haben diesen Besuch zu einem Abstecher in unser Museum genutzt. Sie konnten in unserer Wagnerwerkstatt die Entstehung von hölzernen Kerzenständern erleben. Annegret Schaub demonstrierte an unserer alten Drechselbank ihr Handwerk und beeindruckte so manchen Besucher. Die Kerzenständer konnten erworben werden und unsere Kasse erhielt einen willkommenen Zustupf. Herzlichen Dank an Annegret.
Im Anschluss an den offenen Nachmittag fand die Zusammenkunft der Weberinnen und Hüter statt. Gemeinsam wurde über die Tätigkeit im verflossenen Jahr berichtet und die Einteilung für das neue Jahr erstellt. Allen Helferinnen und Helfern sei auch an dieser Stelle für ihre wertvolle Mitarbeit herzlich gedankt.
Ausblick und Dank.
Im neuen Vereinsjahr wollen wir das Schwergewicht neben dem Weiterführen unserer gewohnten Tätigkeiten auf die Lagerung unserer, nicht in der Dauerausstellung gezeigten Exponate, legen. Die Ware im Stall und an anderen Lagerorten leiden unter der Feuchtigkeit. Hier haben wir neue Räumlichkeiten im Auge und hoffen mit einem Umzug die Ware besser zu Lagern und auch Platz zu haben für Tätigkeiten zum Restaurieren und Erhalten der Ausstellungsgegenstände.
Noch nicht richtig aufgegleist ist die Reparatur der Westfassade. Die Abklärung der Schäden ist abgeschlossen und das Vorgehen der Reparatur auch. Die Kostenvorschläge dieser Arbeiten liegen vor, sie übersteigen aber die Möglichkeiten der Johann Rudolf Plattner Stiftung, die bekanntlich Eigentümerin ist. Ein Gesuch um einen Zustupf aus der Bürgergemeinde kann erst im Budget 2015 für 2016 behandelt werden und so haben wir in Zusammenarbeit mit der Stiftung beschlossen die Reparatur um ein Jahr zu verschieben. Zu dieser Haltung hat auch beigetragen, dass das Schadensbild sich nicht verändert und keine Schadenszunahme festzustellen ist.
Zum Schluss gebührt nun mein Dank an alle die sich für unser Museum engagieren. Besonders meiner Vorstandskameradin und Kameraden, speziell Rémy Suter für sein Engagement in den Ausstellungen und den Aktivitäten durchs Jahr, aber auch allen die unser Museum Tatkräftig, Finanziell und auch Mental mittragen.
Auch allen Besuchern, die unsere Angebote nutzen und so mit ihrer Präsenz unserer Arbeit Wertschätzung entgegenbringen, sei herzlich gedankt.
Im März 2015, für die Gesellschaft zum Feld. Urs Dettwiler, Präsident.